Geschichte

Mit reicher Erfahrung in eine erfolgreiche Zukunft.

Neben den Kämpfen um die Preisbindung befasste sich der Verband Schweizerischer Plattengeschäfte (VPS) bereits früh in seiner Geschichte mit der Ausbildung der Berufsleute. Das Plattenlegergewerbe war in der Schweiz ein noch junger Berufszweig. Die meisten Plattenleger kamen als Saisonniers aus Italien und deshalb bestand auch für die Ausbildung keine Regelung. Noch 1937 war das Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit (BIGA) der Auffassung, die Ausbildung zum Plattenleger könne einfach im Anschluss an eine Maurerlehre absolviert werden. Der Verband war der Meinung, dass für Plattenleger eine eigenständige Ausbildung nötig sei und schuf 1937 zusammen mit dem Gewerbeverband den ersten Entwurf für ein Lehrlingsreglement. Anfang 1938 wurde die erste Lehrlingskommission gegründet. Erst 1944 trat das erste Lehrlingsreglement in Kraft. Gleichzeitig wurde in St. Gallen ein erster Kurs für Prüfungsexperten durchgeführt. Das Ziel des Verbands war es, die gesamte Lehrlingsausbildung für die Deutschweiz in Sursee (heute auf dem Gebiet Oberkirch), im Gebäude des Baumeisterverbandes, durchzuführen. Daneben sollten in Lausanne und Bellinzona weitere Ausbildungszentren entstehen. Bisher hatte jeder Kanton seine eigene Lehrlingsausbildung organisiert. Waren in einem Kanton nur wenige Plattenleger-Lernende auszubilden, kam es vor, dass sie in der Gewerbeschule von Lehrern anderer Branchen, z.B. aus dem Coiffeurgewerbe, unterrichtet wurden. Im Betrieb fehlte ihnen dann das nötige Fachwissen. 1946 fanden in Sursee die ersten Lehrlingsprüfungen statt. Zur finanziellen Absicherung entstand 1947 der Lehrlingsfonds. Ab 1948 wurden zentralisiert Fachkurse angeboten. Anfangs war der Besuch dieser Kurse noch freiwillig. Die beiden Verantwortlichen für die Lehrlingsausbildung, Peter Sponagel und Kurt Ammann, kämpften um eine Anerkennung und finanzielle Unterstützung des Angebots durch das BIGA. Die Kurse wurden erst 1950 als obligatorisch erklärt.
Die Nachfrage nach der Ausbildung zum Plattenleger war jedoch gross. Nicht alle Lernenden eigneten sich dafür und so kam es, dass bei der Schlussprüfung bis 30% durchfielen. Deshalb wurde 1954 entschieden, bereits im ersten Lehrjahr Zwischenprüfungen durchzuführen.
Parallel dazu wurde durchgesetzt, dass in allen drei Ausbildungszentren bei den Prüfungen die gleichen Aufgaben gelöst werden mussten. Seit 1991 verfügt der Schweizerische Plattenverband SPV an sehr zentraler Lage über ein eigenes Bildungszentrum.
Hier werden seither die Lernenden aus der Deutschweiz und dem Tessin ausgebildet, die Ausbildung für die Westschweizer Lernenden findet in verschiedenen Zentren statt.
Auch die Praxis kommt nicht zu kurz: Es stehen zwei grosse Demonstrations- bzw. Lehrhallen zur Verfügung in welchen Kurse mit Arbeiten an den Übungsobjekten durchgeführt werden können.