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Das Tagebuch: Tag 3

80 Prozent

Mutter-Sohn, Vater-Tochter, Familien (traditionelle und Patchwork), Drei-Generationen-Kombinationen – Samstag ist Familientag an den SwissSkills. Nicht die Schülermassen vom Donnerstag und Freitag, aber ein konstanter Aufmarsch von Besuchern aus allen Landesteilen – inklusive Angehörige der Kandidaten –, welche sich an den Arbeitsplätzen alle Zeit nehmen und voller Neugier und Respekt den Fortschritt bestaunen.

Staunen, Fachsimpeln, Spielen
Die Arbeiten an der Wand sind mittlerweise so konkret sichtbar, dass sich manche Besucher darin versuchen, zu ermitteln, welcher Kandidat, welche Kandidatin wie weit ist. Sie vergleichen, versuchen die Strategie zu erkennen, wägen ab. Andere, vor allem ältere erklären jüngeren, wie die Plättli geschnitten werden, wie die Rundungen entstehen, was es mit dem Hervorstehen des Schweizerkreuzes auf sich hat... Andere vergnügen sich nach wie vor damit, mit den Glasmosaiksteinen zu spielen und eigene Werke auf dem Mosaiktisch zu kreieren, zum Beispiel «ein U-Boot», wie ein Knirps erklärt.

Champions für die Zukunft
Heute Samstag wurde auf dem Stand auch ein weiterer Grundstein für die neue SPV-Nachwuchskampagne gelegt: Der Club «SPV Champions» wird gegründet. Mitglieder sind Plattenleger, die eine Rangierung auf dem Podest an den Schweizermeisterschaften oder an den WorldSkills gewonnen haben. Ihre Aufgabe: Als Vorbilder und Botschafter begeistern sie zukünftige Lernende für unseren Beruf. Zur Gründungsversammlung erscheinen nicht weniger als sieben Platten-Champions der Berufsweltmeisterschaften!



V.l.: Kilian Kobel (Weltmeister Lyon, Frankreich 1995), Thomas Siegenthaler (Weltmeister Leipzig, Deutschland 2013), Mirco Tschenett (Weltmeister Shizuoka, Japan 2007), Thomas Gugger (Weltmeister London, England 2011), Roger Allenbach (Silber Taipeh, Taiwan 1993), René Bircher (Silber St. Gallen, Schweiz), Roger Dähler (Bronze Montréal, Kanada 1999).
Ebenfalls im Club der Champions sind:

  • Egon Moser, Gold in Amsterdam, 1991
  • Bruno Friederich, Gold in St. Gallen, 1997
  • François Buchwalder, Diplom in Seoul, 2001
  • David Muheim, Silber in Helsinki, 2005
  • Lukas Gutknecht, Zertifikat in Calgary, 2009


Die Experten gehen in Stellung
Bis Samstag, 17.00 Uhr müssen die Kandidaten die beiden Wände und das in den Raum reichende Schweizerkreuz fertig geplättelt und ausgefugt haben. Anschliessend walten die Experten ihres Amtes und beurteilen die Arbeiten. Mit Unterstützung von Thomas Ammann, Baulasertechnik, vermessen sie die Arbeiten mit einem Leica-Messgerät millimetergenau. Neben der Präzision gehören aber weitere Kriterien wie die Schnitttechnik, die Ausführung der Fugen, die Sauberkeit dazu. Und nicht zuletzt das «Nervenkostüm» der Kandidaten. Darüber konnten die Experten nun drei Tage lang ihre Eindrücke sammeln. Die vorläufige Beurteilung macht 80 Prozent des Schlussresultats aus. Am Sonntag dann geht es um die restlichen 20 Prozent: um den Boden.