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Die Vorbereitungsphase

WorldSkills - Die Vorbereitungsphase


 

Zum vierten und letzten Mal traf sich das SwissSkills Team in Neuenburg zu einem Teamweekend. Gleich in mehrfacher Hinsicht war es der Höhepunkt der intensiven Vorbereitungsphase auf die Berufs-Weltmeisterschaften vom kommenden Oktober in Abu Dhabi. Quasi in allen vier Elementen – Wasser, Feuer, Erde und Luft – erhielten die 38 jungen Berufsfrauen und -männer eine letzte Motivationsspritze der besonderen Art mit auf den Weg an die WorldSkills.

Die Reise zum vierten und letzten Vorbereitungswochenende führte das SwissSkills Team an den Neuenburgersee ins Centre professionnel du Littoral CPLN neuchâtelois. Begrüsst wurden die 38 jungen Berufsleute am Freitagabend, den 7. Juli vom Vizepräsidenten des Stiftungsrates SwissSkills, Gérard Constantin und dem Regionalvertreter für die französischsprachige Schweiz, David Valterio. Mit dabei waren auch Laurent Feuz, Leiter der Dienststelle für nachobligatorische Bildung und Berufswahl als Vertreter des Bildungsdepartements des Kantons Neuenburg und Jean-Pascal Lüthi, der das Staatssekretariat für Bildung und Innovation SBFI vertrat.

Als Einstieg in das Teamweekend konnten die WM-Neulinge einer interessanten Gesprächsrunde folgen, in der Ludovic Dedominici (Bronzemedaillengewinner an den EuroSkills 2014 in Lille) und Thomas Hilger (ehemaliger, langjähriger Teamleader) interviewt wurden.



Wasser und Feuer …

Am Samstagmorgen dann begann ein dichtes Programm von Aktivitäten, das sich quasi an den vier Elementen orientierte und gleich mehrere Höhepunkte als Abschluss der Teamvorbereitung bot. Gleich nach dem Frühstück wurde das SwissSkills Team in 8er-Gruppen eingeteilt, die nach einer Einführung und unter Anleitung während eines Segelturns auf dem Neuenburgersee handfeste Teamarbeit leisten mussten.

Das abendliche Highlight bildete der traditionelle Feuerlauf, den die Kandidatinnen und Kandidaten mit dem erfahrenen Berufsbildner und Trainer Edi Schwertfeger absolvierten. «Vertrauen, Ängste überwinden, die eigenen Grenzen überschreiten» hiess hier das Motto.

… Erde und Luft

Das Nachmittagsprogramm am Samstag stand im Zeichen eines abschliessenden Mentaltrainings mit den Teamleadern Silvia Blaser und Daniel Steiner. Noch einmal wurden die Techniken trainiert, mit denen sich die Wettkämpferinnen und Wettkämpfer im Wettbewerb auch in schwierigen Situationen wieder erden, entspannen, fokussieren und von Neuem motivieren können.

Dazu passten die zwei Überraschungsgäste perfekt, die am Sonntag gegen Mittag zum Team stiessen. Selina Büchel, aktuelle Europameisterin, achtfache Schweizermeisterin und Schweizer Rekordhalterin über 800m und Mujinga Kambundji, mehrfache Schweizermeisterin und Schweizer Rekordhalterin in mehreren Laufdisziplinen (60m, 100m, 200m und 4x100m und 4x200m Staffeln) erzählten aus ihrem Leben als Spitzensportlerinnen. So konnte Mujinga Kambundji die international noch unerfahrenen Berufs-Wettkämpferinnen und -Wettkämpfer beruhigen: «Etwas Nervosität braucht es einfach, um Topleistungen zu erbringen, das gehört dazu.» Sie werde eher nervös, wenn sie nicht nervös werde vor einem Rennen, meinte sie schmunzelnd.

Für Selina Büchel ist Freude und eine positive Einstellung entscheidend, und zwar auch dann, wenn mal etwas nicht gelingt. «Natürlich analysiere ich ein schlechtes Rennen. Vor allem aber muss ich es dann abhaken, gleich wieder nach vorne schauen und weiter machen», war ihr wertvoller Tipp an das SwissSkills Team. 



Nächste Station: Materialverlad

Während eines regen Austauschs im Anschluss daran – beim gemeinsamen Vorbereiten und Geniessen des Mittagessens – bekam die berufliche von der sportlichen Elite der Schweiz noch viel Motivation und kompetenten Rat mit auf den Weg an die WorldSkills.
Neben den individuellen Trainings steht für die Mitglieder des SwissSkills Teams und ihren Expertinnen und Experten als nächste Station der Materialverlad am 19. August auf dem Programm.
 


Noch vier Monate bis zur Berufs-Weltmeisterschaft in Abu Dhabi: Martin Schuler im Interview
Seit Martin Schuler am 21. Mai 2016 zum Schweizermeister im Plattenlegen ausgerufen wurde und damit für die Teilnahme an den WorldSkills 2017 nominiert war, hat er sich an die Vorbereitung für diesen einmaligen Anlass gemacht. Wir haben ihn in Dagmersellen beim Üben am Objekt getroffen.



Worauf konzentrierst du dich bei der Vorbereitung?
Wir haben die Aufgabe erhalten, die dann am Wettkampf mit den gewissen Änderungen gestellt wird. Jedes Mal, wenn ich daran arbeite, sehe ich Details, die ich verbessern kann. Wichtig ist vor allem das Zeitmanagement.

Wie wirst du unterstützt?
In erster Linie von den Kursleitern Hans Zimmerli und Raphael Rubin, die mich in Dagmersellen betreuen. Auch Chefexperte Roger Dähler besucht mich dort ab und zu. Meine Chefs, die Gebr. Horath in Hütten, unterstützen mich sehr – ich kann manchmal etwas früher nachhause zum Üben und ich habe auch keinen Lohnausfall während der ganzen Zeit in Dagmersellen. Und natürlich hilft mir auch meine Familie. Mein Vater hat die Garage ausgeräumt, damit ich mir den Platz zum Trainieren einrichten konnte. Die Freundin und meine Kollegen müssen halt ab und zu auf mich verzichten, aber alle wissen, dass sich das im Herbst wieder ändert.

Wie kannst du besonders profitieren?
Generell kann ich mich handwerklich laufend verbessern. Auch die weiteren Angebote helfen mir, beim Konzentrieren auf die Arbeit ist zum Beispiel das Mentaltraining hilfreich.

Wie ist deine Stimmung?
Ziemlich gut. Ich merke allerdings, wie der Druck langsam zunimmt. Kürzlich haben wir den Ablauf des Wettkampfs besprochen, da ist meine Nervosität schon ein bisschen angestiegen.



Vorbereitungswochenende Nr. 2: Berufs-Profis lernen blind zu vertrauen
Um an Berufs-Weltmeisterschaften erfolgreich zu sein, ist die Zusammenarbeit zwischen den Wettkämpfern und ihren Experten entscheidend. Für das SwissSkills Team um Martin Schuler war genau dies Hauptthema am zweiten Teamweekend, zu dem sich die gesamte Schweizer Delegation für Abu Dhabi am vergangenen Wochenende in Spiez zusammengefunden hat. In verschiedenen Arbeitssequenzen wurde geübt, wie man auf unterschiedliche Weise kommunizieren und sich so aufeinander verlassen kann.


«Ich habe mich etwas komisch gefühlt, irgendwie hilflos», erzählt Fabienne Niederhäuser (21), Gipserin-Trockenbauerin aus Lützelflüh, nachdem sie von ihrem Experten Rudolf Mösching mit verbundenen Augen und nur durch Sprachanweisungen durch einen Parcours geführt worden war. Im zweiten Durchgang wurden die Rollen vertauscht und der Gstaader wurde blind von seiner Kandidatin geführt: «Das war eine tolle Erfahrung. Ich staunte, wie wir beim zweiten Mal schon ein viel besser eingespieltes Team waren. Wir haben zwei Posten mehr geschafft.» Man sei komplett auf seinen Partner angewiesen und lerne, einander zu vertrauen, ergänzte der 43-Jährige, der schon seit 15 Jahren für SwissSkills als Experte aktiv ist.

In einer weiteren Sequenz mussten bunt zusammengewürfelte Teams ohne miteinander zu sprechen einen möglichst hohen Turm nur aus Papierblättern und Klebeband bauen. Nicht die abenteuerlichen Konstruktionen waren das Ziel der Übung, vielmehr lernten die Teams sich ausschliesslich mit Zeichen zu verständigen und Hand-in-Hand zu arbeiten.

Die gezielte Förderung des Teamgeists trägt schon jetzt Früchte. Nicht nur, dass sie viele wertvolle Informationen dazu erhalte, was sie in Abu Dhabi erwartet, helfe ihr sehr, sagt Fabienne Niederhäuser dazu: «An diesen Teamweekends können wir uns alle kennen lernen und wir sind schon jetzt ein tolles Team, sind füreinander da und helfen uns gegenseitig.»


Vom Teamgeist und dem grossen Engagement der jungen Berufsleute beeindruckt zeigte sich Jean-Pascal Lüthi, Vizedirektor des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation SBFI am gemeinsamen Abendessen der Delegation mit Sponsoren und Gästen. Als Leiter der Abteilung Berufliche Grundbildung und Maturitäten überbrachte er eine Grussbotschaft des Bundes und sicherte zu, die zuständigen Bundesstellen würden SwissSkills auch weiterhin in ihrer Arbeit unterstützen. An den diesjährigen WorldSkills in Abu Dhabi wird sogar eine Delegation das SwissSkills Team am Wettbewerb besuchen, um die Schweizer Wettkämpferinnen und Wettkämpfer in Aktion zu sehen.




Vorbereitungswochenende Nr. 1: Medienschulung
Plattenleger Martin Schuler bereitet sich nicht nur fachlich auf die WorldSkills in Abu Dhabi vor. Auch der richtige Umgang mit den Medien, ob TV, Radio, Presse oder die sozialen Netzwerke, müssen er und die anderen 36 jungen Berufsleute lernen. Am vergangenen Samstag traf sich deshalb das Schweizer Team für die diesjährige Berufs-Weltmeisterschaft in Dagmersellen zu einer intensiven Medienschulung.



Wie sieht die Medienlandschaft in der Schweiz aus? Was suchen Medien? Diese und weitere Fragen beantwortete Ringier-Publizist und langjähriger TV-Journalist Hannes Britschgi den Mitgliedern des SwissSkills Teams in seiner «Einführung in die Welt der Medien». Mit seinem Eröffnungsreferat begrüsste er die 11 Frauen und 26 Männer am vergangenen Samstag im Bildungszentrum des Schweizerischen Plattenverbandes in Dagmersellen zu einer intensiven Medienschulung im Hinblick auf die WorldSkills im kommenden Herbst.

Nach einer Vorbereitungsaufgabe konnten die Medienneulinge dann in Workshops unter realen Bedingungen reihum je ein Interview vor der TV-Kamera und dem Mikrofon durchspielen. Beim gemeinsamen Anschauen und Abhören wurden die Auftritte beurteilt und wertvolle Tipps von den erfahrenen Medienprofis weiter gegeben. 

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